Wir berichten über das Treffen des Arbeitskreises Heuschrecken NRW an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Höxter am 29. August 2026.
Am 29. August 2026 trafen sich 21 erfahrene und „junge“ Heuschrecken-Kundler aus ganz Nordrhein-Westfalen (ein Teilnehmer kam sogar aus Aachen angereist) an der TH-OWL in Höxter zum diesjährigen Jahrestreffen des landesweiten Arbeitskreises Heuschrecken. Ausrichter der Tagung waren neben dem Arbeitskreis Heuschrecken NRW der Landesfachausschuss Entomologie des Naturschutzbundes Deutschland (NABU NRW), der Naturkundliche Verein Egge-Weser e.V., die Landschaftsstation für den Kreis Höxter sowie die TH OWL, Sustainable Campus Höxter. Im Audimax der Hochschule begann das Treffen um 10.00 Uhr mit mehreren Vorträgen, darunter ein Überblick über die Heuschreckenfauna des Kreises Höxter, die Vorstellung einer Bachelor-Arbeit aus dem Kreis Steinfurt, NRW und ein Einblick in die stark zunehmende Datenerfassung auf dem online-Portal observation.org. Zuvor wies der Vorsitzende des Naturkundlichen Vereins Egge-Weser, Ralf Liebelt, darauf hin, dass sich der Arbeitskreis Heuschrecken NRW im Jahr 1988 an der damaligen Gesamthochschule Paderborn/Abteilung Höxter unter der Leitung von Martin Volpers gegründet hatte. Damit wurde kurz angedeutet, welche Bedeutung die Hochschulabteilung Höxter damals für die wissenschaftliche Ausbildung von professionellen Naturschützern weit über die Region Ostwestfalen-Lippe hatte. Angesichts der aktuell ungewissen Zukunft der Lehre am Standort Höxter wurde die Bedeutung dieses Hochschulstandortes auch für die zukünftige Lehre in den Umweltwissenschaften und der Ökologie hervorgehoben. Nach der Mittagspause und vielen persönlichen Gesprächen am Rande wurden zwei Exkursionsgebiete in der Nähe von Höxter aufgesucht, zunächst die Randsenke der Weser-Aue bei Godelheim, der sogenannte „Taubenborn“. Hier konnten von den Teilnehmern eine ganze Reihe von Arten gefunden werden, unter anderem die auf Überschwemmungen in Feuchtgebieten angewiesene Sumpfschrecke. Der gegenüber Austrocknung extrem empfindliche Sumpfgrashüpfer ist dagegen seit dem Jahr 2005 in der gesamten Weseraue nicht mehr nachgewiesen worden. Abschließend wurde der Stockberg bei Ottbergen aufgesucht, wo typische Arten der Kalkmagerrasen gefunden wurden (siehe Artenliste). Nach der offiziellen Abschlussrunde kehrten einige noch in eine Gastwirtschaft ein, um den ereignisreichen und spannenden Tag bei einem kühlen Getränk ausklingen zu lassen.




Fotos: Ralf Liebelt | NEW