Pflegeeinsatz Feuchtwiese Jeetzen

Am 19.9.2026 war der Naturkundliche Verein Egge-Weser e.V. auf einer seiner Pflegeflächen aktiv, hier auf der Feuchtwiese am Jeetzen zwischen Ovenhausen und Lütmarsen.

Neun Frauen und Männern trafen sich um 10 Uhr bei etwas bewölktem Wetter und einem kleinen Regenschauer, um das vor drei Tagen von Mitarbeitern der Landschaftsstation Kreis Höxter dankenswerterweise gemähte und in Schwaden gelegte Mahdgut abzutransportieren. Insgesamt wurde dies Jahr deutlich mehr Fläche gemäht als im letzten Jahr, es waren etwa 4.300 qm, etwa doppelt so viel Fläche wie im Jahr 2025. Nach etwa 3 ½ Stunden mit Pausen, Getränken und belegten Brötchen war die Arbeit getan.

Die hier aktuell vorrangig zu schützenden Arten sind aus Sicht des NEW zum einen eine seltene und auf Nasswiesen spezialisierte Orchidee-Art, das Breitblättrige Knabenkraut Dactylorhiza majalis (Rote Liste NRW 2020 „gefährdet/falls durch Schutzmaßnahmen gestützt“) und der seltene Sumpfgrashüpfer Pseudochorthippus montanus (Rote Liste NRW 2010 „stark gefährdet“), der bezüglich Feuchtigkeit die höchsten Ansprüche von allen in Deutschland vorkommenden Heuschreckenarten hat. Dazu ist es nötig, dass die Fläche extensiv genutzt wird und nicht verbracht. Durch eine jährliche Mahd mit Abtransport des Mahdgutes kann die Fläche über mehrere Jahre ausgehagert werden, so dass die Fläche wieder etwas nährstoffärmer wird und die in früheren Jahren hier häufiger vorkommenden Pflanzenarten des Feuchtgrünlandes sich u.U. wieder entwickeln können. Langfristig wäre es aus Sicht des NEW wünschenswert, wenn die gesamte Grünlandparzelle, die hier in der Talaue liegt, einer einheitlichen Nutzung wie etwa Rinderbeweidung zugeführt wird und die Orchideen zeitweise ausgezäunt würden, um zu starke Trittschäden zu vermeiden. Auch eine Wiedervernässung könnte in Betracht gezogen werden.

Fotos: Ralf Liebelt und Mathias Lohr