Pressemeldung

Quelle: NW | Datum: 6. Oktober 2011 | Autor: NW

Schelpe in neuem Bachbett

Kreis renaturiert das Gewässer im Bereich der Grünen Mühle

Höxter (nw). Bachforellen und Mühlkoppen genießen ihre neu gewonnene Bewegungsfreiheit in der Schelpe. „Im Rahmen unseres Gewässerentwicklungsprojekts haben wir die Gewässerstruktur im Bereich der Grünen Mühle deutlich verbessert“, erklärt Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi. „Wir freuen uns, dass wir die Lebensbedingungen der im und am Bach lebenden Arten deutlich verbessern konnten.“

Einige Hindernisse, Wehre und kleine künstliche Wasserfälle, machten Fischen und Kleinstlebewesen das Leben schwer. „In diesem Bereich der Schelpe befand sich ein altes Stauwehr zum früheren Mühlengraben“, informiert der Leiter des Fachbereichs Umwelt, Planen, Bauen des Kreises Höxter, Michael Werner. Die gestaffelte Absturzhöhe von einem halben Meter war für Fische und andere im Wasser lebende Tierarten ein unüberwindbares Hindernis.

Diese Barriere wurden im Rahmen des Gewässerentwicklungsprojekts beseitigt und die Schelpe auf einer Länge von 200 Metern verlegt. Mit Bagger und schwerem Gerät wurden vier neue Bachschleifen angelegt, die Ufer aufgeweitet und der Bachlauf verlängert. „Dadurch konnten wir den problematischen Höhenunterschied sehr gut ausgleichen und die Durchgängigkeit verbessern“, erklärt Projektleiter Ulrich Wycisk.

Betrachten das neu angelegte Bachbett der Schelpe: Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi, Projektleiter Ulrich Wycisk und Fachbereichsleiter Michael Werner (v. l.). Noch im Herbst soll es bepflanzt werden. FOTO: KREIS HÖXTER

Jetzt schlängelt sich das Gewässer im Bereich der Grünen Mühle durch ein naturnah gestaltetes Bachbett. Bis Ende des Jahres werden Wurzelstöcke und Holzstämme abgestorbener Bäume im Bachbett eingebaut, die neuen Lebensraum und Schutz für zahlreiche Wasserorganismen schaffen. In diesem Zusammenhang weist Wycisk auf „die lebenswichtige Funktion von Totholz in Bächen und Flüssen besonders für Jungfische“ hin. Im Herbst werden an den neuen Gewässerufern Erlen und Eschen gepflanzt, die Schatten spenden und mit ihren Wurzeln die Ufer natürlich befestigen. Zur Ausbildung von Ruhebecken wurden große Störsteine verbaut. „Wir danken der Stadt Höxter für die gute Zusammenarbeit“, so Conradi. Für die Neuverlegung des Bachbetts hatte die Stadt 1,7 Hektar Auengrünland zur Verfügung gestellt.

Insgesamt 2.000 Kubikmeter Erdreich wurde im Rahmen der Renaturierungsmaßnahmen an der Grünen Mühle bewegt. „Die Erdarbeiten wurden von einer im Kreis Höxter ansässigen Firma durchgeführt“, betont der Kreisdirektor.

INFO

Die Schelpe ist ein kleiner Bach, dessen Quellgebiet bei Fürstenau im Kreis Höxter liegt. Bis kurz vor der Ortschaft Brenkhausen führt er im Sommer nur geringe Wassermengen. Bis hierhin verläuft der Bach zwischen Wiesen und Feldern. Oberhalb von Brenkhausen liegt das Vogelschutzgebiet "Brenkhäuser Teiche" mit mehreren, das ganze Jahr über ergiebigen Quellen, deren Wasser z.T. direkt in die Schelpe fließt, der Hauptteil fließt jedoch durch den Mühlbach und gelangt erst am Ortseingang von Brenkhausen in die Schelpe. Diese fließt dann ohne weitere größere Zuflüsse durch Brenkhausen, die "Lange Wiese" (Rinderweiden, Einlauf der Kläranlage Brenkhausen), Höxter (unterhalb des Räuschenberges und durch das Gewerbegebiet) bis zur Eisenbahnbrücke bei Schloß Corvey und mündet dort in die Weser.

Quelle: http://www.egge-weser-digital.de/htm-inhalte/05-2-005019.htm
   © 2011 Neue Westfälische
          Warburg, Donnerstag 06. Oktober 2011